Rechercheauftrag: Fellowship-Programm

Die Förderung von Individuen fällt in das Handlungsfeld vieler deutscher Stiftungen. Oftmals handelt es sich dabei um Stipendien, die den Bildungserfolg von Jugendlichen und Jungakademikern unterstützen sollen. Aber auch die Förderung von Menschen, die bereits fest im Berufsleben angekommen sind, sollte für Stiftungen einen attraktiven Hebel darstellen. Hierfür bietet sich die Vergabe von Fellowships an Experten mit langjähriger Berufserfahrung an. Stiftungen bietet sich so die einmalige Chance, zusätzliches Wissen und internationale Sichtweisen in den deutschen Stiftungssektor zu holen. Zusätzlich sind Fellowships ein geeignetes Mittel, um auf die sich verändernde Arbeitswelt zu reagieren und den geförderten Personen den Wunsch nach mehr Flexibilität und einer Auszeit vom Berufsumfeld zu ermöglichen.

Wir haben für eine deutsche Unternehmensstiftung eine Recherche zur Gestaltung eines Fellowship-Programms durchgeführt. Dabei haben wir den Markt der in Deutschland angebotenen Fellowships untersucht und festgestellt, dass die Möglichkeiten für internationale Experten, mit einem Fellowship einer deutschen Stiftung nach Deutschland zu kommen, derzeit noch sehr überschaubar sind. Ein Grund dafür ist unter anderem die Herausforderung, ein Fellowship-Programm zu entwickeln, das attraktiv genug ist, um Menschen mit meist hohem Gehalt sowie beruflichen und familiären Verpflichtungen für eine begrenzte Zeit nach Deutschland zu holen. Die Hürden einer beruflichen Auszeit sind für potenzielle Fellows oft hoch und müssen durch eine angemessene Betreuung, reibungslose Organisation und umfangreiche Angebote seitens der Fellowship gebenden Stiftung verringert werden. Wie umfangreich der damit verbundene Aufwand ausfällt, hängt von der Ausgestaltung des Fellowship-Programms ab. In der Regel kommen Fellows mit einem individuellen Projekt nach Deutschland und können hierfür in einem Think Tank oder direkt in der Fellowship gebenden Stiftung arbeiten. Aber auch ein für sich eigenständig arbeitender Fellow, der lediglich durch die finanzielle Unterstützung sowie durch das Netzwerk der Stiftung profitiert, ist eine denkbare Option. Ganz gleich in welche Strukturen der Fellow während des Programms eingebunden ist, stehen der Fellowship gebenden Organisation verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, den Fellow durch finanzielle sowie nicht-finanzielle Ressourcen zu fördern. Um sich hierbei für die am besten geeignete Ausgestaltung des Fellowship-Programms zu entscheiden, muss sich eine Stiftung zu Beginn die Frage stellen, welche Ziele sie mit dem Programm verfolgt – sowohl für die eigene Organisation als auch für die teilnehmenden Fellows. Die Antwort hierauf legt dann den Grundstein für die weitere Entwicklung eines attraktiven und erfolgreichen Fellowship-Programms.

Wenn Sie mehr zur Entwicklung von Fellowship-Programmen erfahren möchte, können Sie sich gerne mit uns in Verbindung setzen. Hierzu tauschen wir uns gerne mit Ihnen aus!

Kontakt:

Julia Röhrich, Roehrich(at)beyondphilanthropy.eu

Anne-Sophie Oehrlein, oehrlein(at)beyondphilanthropy.eu