Blogeintrag Mai 2018

von Anne-Sophie Oehrlein

CC-Survey zum gesellschaftlichen Engagement deutscher Unternehmen

Am 15. Mai war es endlich soweit: der Stifterverband und die Bertelsmann Stiftung veröffentlichten die Ergebnisse ihrer bundesweiten Umfrage zum gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen in Deutschland. Das Ganze trägt den Titel CC-Survey und leistet einen längst überfälligen datenbasierten Beitrag zur andauernden Debatte um die Frage, inwiefern Unternehmen ihrer Verantwortung in unserer Gesellschaft nachkommen. Auch Beyond Philanthropy war an verschiedenen Stellen als Know-how-Partner in den Entstehungsprozess der Studie eingebunden.

Die Ergebnisse des CC-Surveys belegen anschaulich, was wir in unserer täglichen Arbeit mit Unternehmen erleben. Rund 90% aller Befragten stimmen zu, dass ihre gesellschaftliche Verantwortung über das Schaffen von Arbeitsplätzen sowie das Zahlen von Steuern hinausgeht. Was dieses Bewusstsein zur Folge hat wird in den weiteren Erkenntnissen der Studie deutlich. Hierin zeigt sich wie vielfältig und engagiert sich deutsche Unternehmen für die Gesellschaft und insbesondere für ihre Region einsetzen. Wichtige Themen sind dabei vor allem Bildung und Erziehung, Soziales sowie Sport, die von der Hälfte der engagierten Unternehmen in Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen gefördert werden.
Dies ist ein besonders erfreuliches Ergebnis, da es zeigt, wie weit das gemeinsame Agieren der Sektoren vorangeschritten ist. Gleichzeitig wird mit dem CC-Survey aber auch deutlich, dass noch einige Schritte nötig sind, um diesen intersektoralen Verbindungen ein festes Fundament zu bieten. So gestaltet beispielsweise eine große Mehrheit der Unternehmen ihr gesellschaftliches Engagement noch immer primär durch unregelmäßige Geldspenden. Als ein verlässlicher Partner können sich Unternehmen mit einem solchen, von wenig Kontinuität geprägten, Einsatz jedoch nicht in der Zivilgesellschaft etablieren. Ein strategischerer Engagementansatz mit einem klaren thematischen Fokus hingegen würde den Unternehmen helfen, ihre vorhandenen Ressourcen – finanzieller, materieller und personeller Art – effektiv einzusetzen und so einen möglichst großen Mehrwert für die Gesellschaft, aber auch für das Unternehmen selbst zu schaffen.

Besonders spannend an den durch den CC-Survey erhobenen Daten ist zudem die Möglichkeit, das Engagement verschiedener Unternehmensgrößen differenziert zu betrachten. Dabei zeigt sich durchaus eine Diskrepanz in den Herangehensweisen der Unternehmen, die sich sowohl in den Themen als auch in den gewählten Partnern und Strategien widerspiegelt. Vor allem bei großen Unternehmen ist ein fokussiertes und strategisches Engagement bereits weitaus verbreiteter (vgl. hierzu auch die Beyond Philanthropy Studie „From Good Intentions to Real Results“). Kleine und mittlere Unternehmen stellen jedoch zahlenmäßig die größte Gruppe in Deutschland dar und sind oft ein wichtiger Partner auf lokaler Ebene. Umso wichtiger ist es, dass auch sie sich zunehmend der Bedeutung von nachhaltigem sozialem Engagement bewusst werden.

Entsprechend enthält der Ausblick des CC-Survey – neben verstärkter Forschung sowie ausreichend Unterstützung von politischer Seite – unter anderem auch einen Appell zu mehr Dialog und Netzwerkarbeit. Unternehmen sollen ihr gesellschaftliches Engagement aufeinander abstimmen und die Wirkung ihrer Maßnahmen dadurch verstärken. Aufgrund unserer Erfahrungen sind auch wir bei Beyond Philanthropy davon überzeugt, dass in diesem Ansatz ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg liegt. Das darin implizierte kollektive Vorgehen holt verstärkt auch die kleinen und mittleren Unternehmen mit an den Tisch und verspricht so, gesellschaftliche Herausforderungen gemeinsam zu lösen. Wenn solche Formate des Austauschs und der Zusammenarbeit in den kommenden Jahren verstärkt angeboten werden, dann können wir schon heute gespannt sein, was die nächste Runde des auf Wiederholung angelegten CC-Surveys für Erkenntnisse mit sich bringt. Wir hoffen, dem Stifterverband und der Bertelsmann Stiftung hier auch in Zukunft als Know-how-Partner zur Seite stehen zu können und halten Sie garantiert auf dem Laufenden.

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